Störungszonen zeigen, wo heißes Tiefenwasser zu erwarten ist.
Bei der Suche nach einem geeigneten Standort, um die Wärme aus der Tiefe nutzen zu können, sind viele Kriterien zu beachten.

Entscheidend bei der Standortwahl für eine Geothermieanlage sind zunächst geologische Kriterien. Es gilt, unterirdische Strukturen – sogenannte Störungszonen – zu finden, in denen heißes Tiefenwasser von Natur aus vorhanden ist. Die Erdwärme Inn kann sich dabei teilweise auf bereits bestehende Daten stützen, die nun sorgfältig analysiert werden. Zur Ergänzung können dann seismische Messungen helfen, ein möglichst exaktes dreidimensionales Bild des Untergrundes zu erstellen. So lässt sich bereits im Vorfeld der Bohrungen erkunden, wo besonders ergiebige Zonen mit heißem Tiefenwasser zu erwarten sind.

Sind die besten Bohrziele im Aufsuchungsfeld ermittelt, schließt sich die Standortsuche für den oberirdischen Bohrplatz an, wo später auch die Wärmezentrale stehen wird. Der Bohrplatz liegt in der Regel nicht direkt oberhalb des Bohrziels, sondern erschließt das unterirdische Reservoir in einer kilometerlangen, leicht gebogenen Bohrung. Oft können auch mehrere Bohrziele von einem Bohrplatz aus erreicht werden.

Bei der Standortwahl ist eine Vielzahl von Kriterien ausschlaggebend, um sämtliche Risiken zu minimieren. Im Fokus des folgenden Genehmigungsverfahrens stehen insbesondere Natur-, Umwelt- und Wasserschutz.

Störungszonen zeigen, wo heißes Tiefenwasser zu erwarten ist.

KRITERIEN BEI DER STANDORTSUCHE:

  • kein Wasserschutzgebiet
  • kein Naturschutz- oder FFH-Gebiet
  • ausreichend Abstand zur Wohnbebauung (zur Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen Immissionsschutzbelange, u.a. Schall)
  • keine denkmalgeschützten Gebäude
  • Infrastruktur in der Nähe (Strom, Wasser, Kanalisation)
  • ansprechende Einbindung in das Landschaftsbild
  • geeignete Verkehrsanbindung zur Bohrstelle bzw. zur späteren Geothermieanlage
  • keine unvereinbaren gemeindlichen Planungen und Interessen

Eine Umweltverträglichkeitsvorprüfung (UVP-V) berücksichtigt alle diese Kriterien und muss dann bescheinigen, dass der gewählte Standort sehr gut geeignet ist. Häufig werden Standorte gewählt, die einerseits ohnehin schon vorbelastet sind (beispielsweise durch Kiesabbau) und somit auch schon über die notwendige Infrastruktur verfügen.

Aktuell sind fünf Standorte in der engeren Auswahl, die nun naturschutzfachlich untersucht werden. Dabei ist die Standortsuche ergebnisoffen – letztendlich zählt es, den optimalen Standort zu wählen, der allen Kriterien genügt. Zahlreiche Behörden und Verbände werden eingebunden.

DAS AUFSUCHUNGSFELD

Innerhalb dieses Gebietes darf die Erdwärme Inn GmbH & Co. KG nach einem geothermischen Reservoir suchen. Die bergrechtliche Aufsuchungsgenehmigung nach Erdwärme hat die Erdwärme Inn auf Antrag beim Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie für mehrere Jahre verliehen bekommen. Es ist ein exklusives Recht, das auschließlich der Erdwärme Inn gestattet, in dem Aufsuchungsfeld nach Erdwärme zu suchen. Vor der Zulassung hat das Bayerische Wirtschaftsministerium den Antragsteller ausgiebig auf Zuverlässigkeit, Kompetenz und Bonität geprüft. Bevor die Erdarbeiten jedoch beginnen können, muss ein Hauptbetriebsplan für den Bohrplatz und die Bohrung bei der Regierung von Oberbayern eingereicht und genehmigt werden.

Aufsuchungsfeld GT Tüßling