In den Sommermonaten benötigen Haushalte und Gewächshäuser deutlich weniger Wärme als im Herbst und Winter. Die Tiefengeothermie bietet die Option, aus Wärme auch Strom zu erzeugen.

Während sich einige Geothermieprojekte vor allem in den Anfangsjahren auf die Stromerzeugung konzentrieren (z.B. Garching an der Alz), zielt die Anlage der Erdwärme Inn auf die Wärmegewinnung ab.

Eine kleine Stromerzeugungsanlage könnte jedoch die überschüssige Wärme im Sommer nutzen, um Strom für die eigenen Pumpen zu gewinnen. Eventuell ist auch eine Einspeisung in das öffentliche Stromnetz möglich.

Geoenergieprojekt Kirchweidach

WIE WIRD AUS WÄRME STROM?

Zur Stromerzeugung nutzen die meisten Geothermiekraftwerke die sogenannte ORC (Organic Rankine Cycle)-Technologie. In diesem Prozess dient eine organische Flüssigkeit mit niedriger Verdampfungstemperatur als sogenanntes Arbeitsmittel. Das geförderte Tiefenwasser erhitzt das Arbeitsmittel über einen Wärmetauscher bis zur Verdampfung. Dieser Dampf treibt die Turbine an und wird anschließend mit luftgekühlten Kondensatoren wieder verflüssigt.

So ermöglicht der ORC-Kraftwerksprozess eine Stromerzeugung bei Temperaturen unter 200 Grad Celsius. Beide Flüssigkeiten fließen dabei jeweils in einem geschlossenen System. Im Maschinenhaus treibt die Turbine den Generator an. Dort entsteht der elektrische Strom, der beispielsweise die Tauchkreiselpumpe versorgen kann, die wiederum das heiße Tiefenwasser an die Oberfläche befördert.